Archäologisch-kulturhistorischer Stadtrundgang durch Stendal (Altmark)

Abb. 1: Die Veranstaltungsteilnehmer lauschen Gabriele Bark, der Museumsleiterin des Altmärkischen Museums. An der Wand hängen die Porträts von Paul Kupka (links) und Johann Friedrich Danneil

Abb. 1: Die Veranstaltungsteilnehmer lauschen Gabriele Bark, der Museumsleiterin des Altmärkischen Museums. An der Wand hängen die Porträts von Paul Kupka (links) und Johann Friedrich Danneil

Das Altmärkische Museum Stendal kann 2013 auf 125 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Gegründet 1888, zählt es zu den wichtigsten und traditionsreichsten Regionalmuseen in Sachsen-Anhalt. Seit 1963 ist es in den repräsentativen Klausurgebäuden des ehemaligen Katharinenklosters untergebracht und beherbergt dort eine hervorragende regionalgeschichtliche Sammlung.Einen großen Anteil daran haben archäologische Exponate aus allen prähistorischen Zeitepochen. Dazu zählen beispielsweise Grabfunde der spätneolithischen Schönfelder Kultur (Schönfeld im Landkreis Stendal) oder das reich ausgestattete Kriegergrab von Westinsel (Merowingerzeit). Ebenso wie der umfängliche Sammlungsbestand bezieht sich der Name des Museums nicht zufällig auf die gesamte Altmark.

Schon Paul Kupka (1866–1949) wusste als prominenter Museumsleiter um die besondere Bedeutung und verschaffte dem Altmärkischen Museum Stendal die ihm gebührende überregionale Anerkennung, und das nicht nur in Fachkreisen. Davon legen beispielsweise die von Kupka begründeten »Beiträge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde der Altmark«, kurz »Stendaler Beiträge«, beredtes Zeugnis ab.

Abb. 2: Großer Andrang bei der Besichtigung der Depoträume mit der archäologischen Sammlung

Abb. 2: Großer Andrang bei der Besichtigung der Depoträume mit der archäologischen Sammlung

Aus Anlass des 125-jährigen Museumsjubiläums widmete die Archäologische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt e.V. ihre Februar-Aktivität (23.02.2013) dem Altmärkischen Museum und seiner Stadt.
Die Ausstellungsräume zur Ur- und Frühgeschichte erlebten die bis zu 85 Teilnehmer der Veranstaltung in der Aufbau- bzw. Umbauphase. Gabriele Bark, die umtriebige Museumsleiterin, hatte den Rundgang mittels Literatur- und Bildmaterial anschaulich vorbereitet (Abb. 1). Als Magnet für die überraschend große Zahl an Teilnehmern wirkte indes die Aussicht, die sonst nicht zugänglichen Depoträume mit der archäologischen Sammlung besichtigen zu können (Abb. 2). Hier zeigte sich aber auch der völlig unzureichende Aufbewahrungszustand der meisten Sammlungsgegenstände. In Vorbereitung des anschließenden Stadtrundganges zu wichtigen Ausgrabungsstätten der vergangenen Jahre hielten die Archäologen Wolfgang Schwarz und Andreas Neubert (beide Mitglieder der AGiSA; Abb. 3) einen reich bebilderten Vortrag in der Katharinenkirche (heute Musikforum).

Abb. 3: Andreas Neubert referiert über Archäologie im Stendaler Stadtgebiet

Abb. 3: Andreas Neubert referiert über Archäologie im Stendaler Stadtgebiet

In Vorbereitung des anschließenden Stadtrundganges zu wichtigen Ausgrabungsstätten der vergangenen Jahre hielten die Archäologen Dr. Wolfgang Schwarz und Andreas Neubert (beide Mitglieder der AGiSA; Abb. 3) einen reich bebilderten Vortrag in der Katharinenkirche (heute Musikforum). Schlaglichtartig seien die Ausgrabungen in der Hallstraße, der Rohrstraße, Hohe Bude und auf dem Uppstall erwähnt, welche die Entwicklung der entsprechenden Stadtquartiere seit dem 12. Jahrhundert um zahlreiche Aspekte bereichern. Im Bereich des Johanniterkrankenhauses – direkt nördlich des mittelalterlichen Stadtkernes – reichen die archäologischen Zeugnisse bis in vorgeschichtliche Zeitepochen zurück (Grabfunde der Schönfelder Kultur, aus der späten Bronzezeit und der späten Römischen Kaiserzeit bis Völkerwanderungszeit).

Text und Fotos: Dr. F. Gall

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