Busexkursion zu den historischen Schlachtfeldern im Süden von Sachsen-Anhalt (Lützen 1632 – Roßbach 1757 – Hassenhausen 1806 – Großgörschen 1813)

Abb. 1: A. Stahl erläutert den Verlauf der Schlacht bei Roßbach (Foto: M. Klamm).

Abb. 1: A. Stahl erläutert den Verlauf der Schlacht bei Roßbach (Foto: M. Klamm).

Am Samstag, dem 14. Mai 2011, nahmen 30 Interessierte an der Busexkursion zu den historischen Schlachtfeldern im Süden von Sachsen-Anhalt teil. Wenige Tage zuvor war in der Reihe »Kleine Hefte zur Archäologie in Sachsen Anhalt« Band 8 erschienen, der die angefahrenen Orte beschreibt und als Grundlage einer eigenen Exkursion zu diesen Schlachtfeldern dienen kann. Mit den Autoren des Heftes sowie den Archäologen André Schürger und R. Hempelmann, die sich in den letzten Jahren intensiv mit der Thematik befasst haben, waren hochkarätige Führer im Bus. Im Bus erläuterte Prof. Dr. Gerhard H.  Bachmann die Geländemorphologie der weitgehend offenen Landschaft mit guten landwirtschaftlichen Erträgen. Am ersten Haltepunkt, der sich auf die Schlacht bei Roßbach (1757) bezog, erläuterten Prof. Bachmann und Andreas Stahl (Abb. 1) neben der Topographie den ungefähren Schlachtverlauf. Die Schlacht war ein wichtiger Wendepunkt im Siebenjährigen Krieg (1756-63) zwischen Preußen unter Friedrich dem Großen und den Franzosen mit ihren sächsischen Verbündeten. Im nahe gelegenen Reichardtswerben wurde im damals als Lazarett genutzten Pfarrhof eine Gedenkstätte eingerichtet, deren Prunkstück das originale Feldbett des Generals von Seydlitz ist.

Weiter führte die Exkursion zu markanten Punkten der Schlacht von Auerstedt-Hassenhausen (1806) mit weiteren Erläuterungen zur Topographie von Prof. Bachmann. Herr Stahl trug Überlieferungen über den Schlachtverlaufes bei und wies darauf hin, dass fast immer die Überlieferung aus erster Hand fehlt und die Quellen durchaus kritisch betrachtet werden müssen. An dem sog. Braunschweig-Denkmal mit Wartensleben-Denkstein vor Hassenhausen erläuterte Herr Hempelmann die dort im Vorfeld einer geplanten Bundesstraßentrasse vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt vorgenommenen Untersuchungen und gab Auskunft über die Begehung von Schlachtfeldern mit Metallsonden. Anschließend wurde die ebenfalls in einem ehemaligen Pfarrhaus eingerichtete und sehr anschaulich aufbereitete Gedenkstätte in Hassenhausen angefahren.

Abb. 2: A. Stahl erläutert auf dem »Monarchenhügel« wichtige Begebenheiten zur Schlacht bei Großgörschen (Foto: I. Vahlhaus).

Abb. 2: A. Stahl erläutert auf dem »Monarchenhügel« wichtige Begebenheiten zur Schlacht bei Großgörschen (Foto: I. Vahlhaus).

Die Fahrt ging nun weiter in den äußersten Südosten von Sachsen-Anhalt. Zuerst führte Herr Stahl auf dem »Monarchenhügel«, eigentlich einem vorgeschichtlichen Grabhügel, in die Thematik der Schlacht von Großgörschen (1813, Auftakt der napoleonischen Befreiungskriege) ein (Abb. 2). Ein Halt mit Erläuterungen in Großgörschen veranschaulichte am Scharnhorstdenkmal die Erinnerungskultur an diese Schlacht.

»Die letzte Schlacht« dieser Exkursion war die Schlacht von Lützen (1632), bei der König Gustav II. Adolf gefallen ist. Am Gustav-Adolf-Denkmal erklärten unsere Führer wieder die Topographie, den historisch überlieferten Schlachtverlauf und die seit 2006 durchgeführten archäologischen Untersuchungen. Nach der Besichtigung des Schlosses Lützen gab Herr Schürger einen Einblick in die laufenden Maßnahmen, den gegenwärtigen Stand der Auswertung und zeigte einige Fundstücke, bevor es zurück nach Halle ging.

Literaturhinweis:
G.H. Bachmann, M. Klamm u. A. Stahl, Exkursion zu den Schlachtfeldern Lützen, Roßbach, Auerstedt und Großgörschen. Kleine Hefte zur Archäologie in Sachsen-Anhalt, Heft 8 (Halle 2011).

Text: I. Vahlhaus, Dr. M. Klamm

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