Der frühbronzezeitliche Reichtum in der Mikroregion um Dieskau – Besuch der Ausgrabung „Bornhöck“ zwischen Gröbers und Raßnitz

Topografische Karte mit den 8 Stationen der Exkursionsroute: Station 1- Grabungsfläche Bornhöck; 2- Lausehügel; 3- Meiersche Höhe; 4- Vorgeschichtlicher Grabhügel; 5- Saures Loch; 6- Osmünde-Gottenz (BAB 14); 7- Hallberg; 8- Vereinshaus "Osmünder Spritze 1811 e. V." (Karte: J. Filipp nach Grundlage Kartendaten © 2014 GeoBasis-DE/BKG ©2009,Google).

Abb. 1: Topografische Karte mit den 8 Stationen der Exkursionsroute: Station 1- Grabungsfläche Bornhöck; 2- Lausehügel; 3- Meiersche Höhe; 4- Vorgeschichtlicher Grabhügel; 5- Saures Loch; 6- Osmünde-Gottenz (BAB 14); 7- Hallberg; 8- Vereinshaus „Osmünder Spritze 1811 e. V.“ (Karte: J. Filipp nach Grundlage Kartendaten © 2014 GeoBasis-DE/BKG ©2009,Google).

Am 26. Juli 2014 erwartete die ca. 60 Freunde und Mitglieder der AGISA ein umfangreiches Programm. Die Teilnehmer trafen sich im heutigen Kabelsketal, Saalekreis, unweit von Halle, um sich in mehreren Stationen der Vielfalt vorgeschichtlicher Bodendenkmäler in dieser Mikroregion zu widmen (Abb. 1).

Abb. 2: Grabungsleiter Torsten Schunke (LDA) erläutert den Aufbau des ehemaligen Grabhügels „Bornhöck“ (Foto: I. Brömme, Osmünde).

Ausgangspunkt und erste Station der Exkursion war die Ausgrabung des bereits alt abgetragenen „Bornhöck“, einem prähistorischen Grabhügel von einst enormer Größe. Werdegang und Schicksal des imposanten Grabmals wurden von Grabungsleiter Torsten Schunke (LDA) vor Ort anschaulich präsentiert. Er führte die Exkursionsteilnehmer über die Grabungsfläche und zeigte am Profil den Aufbau des Hügels (Abb. 2).

Anschließend ging es mit dem Auto zum sogenannten „Lausehügel“ (Station 2), einem heute nur noch als leichte Erhebung wahrnehmbaren vorgeschichtlichen Grabhügel, der anhand historischer Aufzeichnungen sowie aktueller Luftbilder und LiDAR-Scans (Light detection and ranging) „wiederentdeckt“ wurde.

Die nächste Station (Station 3) war die „Meiersche Höhe“, ein vorgeschichtlicher Grabhügel, der 1979 vom Landesmuseum für Vorgeschichte Halle archäologisch untersucht wurde und nach Aussage der Ausgräber in die Frühbronzezeit zu datieren ist.

Von dieser Station aus ging es zu Fuß zu einem durch Luftbilder, LiDAR-Scans und geomagnetischen Prospektionen lokalisierten Grabhügel, dessen innere Struktur ein neolithisches Alter wahrscheinlich macht. Anhand dieses Hügels ließ sich besonders gut verdeutlichen, wie hilfreich moderne Prospektionsmethoden für die Lokalisierung vorgeschichtlicher Bodendenkmäler sind, um auch ferner einer Gefährdung durch Bodeneingriffe vorzubeugen.

Abb. 3 Im Vereinshaus "Osmünder Spritze 1811 e. V." präsentierte der Vorsitzende Ingolf Brömme die Reproduktion einer historischen Karte von 1718 (Foto: I. Brömme, Osmünde).

Abb. 3: Im Vereinshaus „Osmünder Spritze 1811 e. V.“ präsentierte der Vorsitzende Ingolf Brömme die Reproduktion einer historischen Karte von 1718 (Foto: I. Brömme, Osmünde).

Die für die regionale Frühbronzezeit-Forschung wichtigste Station 5 war das ehemalige „Saure Loch“, wo Drainagearbeiten im Jahre 1874 zur Freilegung eines herausragenden Goldhortes führten. In kurzen Auszügen wurde das Ergebnis der vorausgehenden Recherchen rund um diesen reichen Hort vorgestellt.

Daran anschließend sorgte eine weitere frühbronzezeitliche Fundstelle an der BAB 14 für reges Interesse. In den 30er Jahren fand man ein mit Gold ausgestattetes Grab, das aufgrund des hohen Zerstörungsgrades nur noch zum Teil dokumentiert werden konnte.

Die letzte archäologische Station (7) führte die Teilnehmer an den Standort des ehemaligen „Hallberg“, einem bereits abgetragenen Hügel, welcher durch historische Aufzeichnungen als reich ausgestattetes Grab belegt ist.

Den Höhepunkt der Exkursion gestalteten schließlich die Mitglieder des Vereins „Osmünder Spritze 1811 e.V.“. Sie überraschten die Teilnehmer in ihrem Vereinshaus nicht nur mit einer historischen Karte von 1713 (Abb. 3) sondern ebenso mit Kaffee und Kuchen. Die Exkursion endete so in einem geselligen Beisammensein.

Text: Juliane Filipp u. Martin Freudenreich

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