Besuch von Harbke und Ummendorf im Landkreis Börde

Abb. 1: R. Michalke erläutert im Schlosspark von Harbke die Besonderheiten des Gingkobaumes (Foto: M. Poppe).

Abb. 1: R. Michalke erläutert im Schlosspark von Harbke die Besonderheiten des Gingkobaumes (Foto: M. Poppe).

Am 05. Juni 2011 besuchten 20 Mitglieder und Freunde der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen-Anhalt e.V. die Gemeinde Harbke im Landkreis Börde. Dort hatten wir die Gelegenheit die Schlossruine, die Schlosskirche und den ca. 6 Hektar großen Schlosspark mit seinen dendrologischen Kostbarkeiten zu besichtigen. An der Schlosskirche St. Levin empfingen uns Roland Rohr von der Tourist-Information Harbke in historischer Tracht als Friedrich August von Veltheim und Rudi Michalke, die gemeinsam die Führung übernahmen. Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Mandy Poppe besichtigte ein Teil der Gruppe unter Leitung von Herrn Rohr die Schlosskirche. Sie steht bereits seit 1572 auf den Grundmauern der abgebrochenen romanischen Kirche im Eingangsbereich des Landschaftsparkes. Ursprünglich nur für den Burgbezirk bestimmt, lag sie im inneren Burgwall der ehemaligen Wasserburg, war Gruftkirche der Familie von Veltheim und wurde 1730 zur Gemeindekirche ausgebaut. Im Gotteshaus befindet sich mit der Fritzsche/Treutmann-Orgel von 1622/1728 das älteste derartige bespielbare Instrument Sachsen-Anhalts.
Abb. 2: Die Teilnehmer vor der Schlossruine Harbke. In Tracht unser Führer Herr Rohr (Foto: M. Poppe).

Abb. 2: Die Teilnehmer vor der Schlossruine Harbke. In Tracht unser Führer Herr Rohr (Foto: M. Poppe).

An der Schlosskirche steht der vermutlich älteste Gingkobaum Deutschland, der ca. 1758 gepflanzt, 1805 von Johann Wolfgang von Goethe bestaunt wurde.
Herr Michalke führte die Gruppe durch die Heimatstube Harbke. Sie ist im »Grauen Hof«, einem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1601, untergebracht. Dieses Gebäude diente unter der Grundherrschaft der Familie von Veltheim als Amtsgericht. Gunther Tell, der die Heimatstube seit 1997 aufgebaut hat, begleitete uns durch die beachtliche Sammlung. Er stellte uns die Räume, die u.a. dem alten Handwerk und der Landwirtschaft gewidmet sind, vor.

Anschließend trafen sich alle Teilnehmer zum Rundgang durch den Park, durch den uns Herr Michalke, der den Schlosspark ehrenamtlich gärtnerisch betreut, führte. Ab dem Jahr 1308 übernahm die Familie von Veltheim die Grundherrschaft des Ortes Harbke. Zugleich wurde eine mittelalterliche Rundburg, welche durch 2 Erdwälle und Wassergräben begrenzt war, errichtet. Um das Jahr 1572 bis 1586 entstand auf den Grundmauern der ehemaligen Wasserburg »Hertbike« ein Renaissanceschloss. 1731 wurde es durch einen Brand zerstört und einige Jahrzehnte später wieder aus- und umgebaut. Nach der Flucht der von Veltheims 1945 wurde das Schloss bis 1955 als Kinderheim genutzt, verfiel danach und besteht heute nur als Ruine. Im Osten schließt sich der um 1740 als barocker Lustgarten angelegte und 1770 in einen Landschaftspark umgewandelte Schlosspark an. Den Abschluss bildete die Besichtigung der im neogotischen Stil erbauten Orangerie. Sie wurde in den Jahren 1830/31 errichtet und ab 1990 restauriert.

Abb. 3: Museumsleiter Dr. T. Ruppel stellt den Teilnehmern die Museumsanlage vor (Foto: M. Poppe).

Abb. 3: Museumsleiter Dr. T. Ruppel stellt den Teilnehmern die Museumsanlage vor (Foto: M. Poppe).

Nach diesen Eindrücken konnten sich alle im Börde-Museum Burg Ummendorf auf dem Kräutergartenfest an vielen Speisen und Getränken stärken und in einem Dia-Vortrag einiges über Nutzpflanzen aus der Alten und Neuen Welt erfahren. Um 14:00 Uhr trafen alle im Burginnenhof ein. Der Museumsleiter, Herr Dr. Thomas Ruppel, stellte die Burganlage und die einzelnen Ausstellungsbereiche zur Geschichte der Magdeburger Börde vor. Nach einem anstrengenden Programm an einem heißen Sommertag verabschiedete Frau Poppe alle Teilnehmer der Exkursion.

Text: M. Poppe, I. Vahlhaus

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