Exkursion nach Baalberge (Salzlandkreis)

Abb. 1: In Mitten einer Kleingartenanlage erhebt sich der Schneiderberg in Baalberge. (Foto: R. Wiermann)

Abb. 1: In Mitten einer Kleingartenanlage erhebt sich der Schneiderberg in Baalberge.

Am 4. September 2016 fanden sich bei sehr regnerischem Wetter zehn Interessierte für einen archäologische/historisch/geografischen Spaziergang durch die Ortslage Baalberge im Salzlandkreis ein. Neben dem „Schneiderberg“ (Abb. 1) waren der alte Ortskern um den Bauernwinkel (Abb. 2), die Dorfkirche, die alte Ziegelei an der Fuhne und die Dorfstätte Wiesegk Stationen des dreistündigen Rundganges.

Mit dem „Schneiderberg“ besitzt Baalberge ein archäologisches Denkmal von überregionaler Bekanntheit und Bedeutung, das von der frühen Besiedlung der Gegend schon seit der Jungsteinzeit zeugt. Seine Ausgrabung erfolgte im Jahre 1901 durch den Bernburger Geschichts- und Altertumsverein. Die am Schneiderberg und später am Pohlsberg bei Latdorf beobachteten stratigrafischen Verhältnisse trugen wesentlich zur Klärung der zeitlichen Abfolge der mitteldeutschen Jungsteinzeit bei. Funde aus dem Schneiderberg wurden Namen gebend für die Baalberger Kultur der mittleren Jungsteinzeit. In der unmittelbaren östlichen Nachbarschaft des Grabhügels wurden 1990 ein mehrphasiger Siedlungsplatz der späten Bronze- bis frühen Eisenzeit sowie frühbronzezeitliche Gräber aufgedeckt.

Abb. 2: Der historische Ortskern des ehemaligen Bauerndorfes ist in heutiger nur schwer zu erkennen. (Foto: R. Wiermann)

Abb. 2: Der historische Ortskern des ehemaligen Bauerndorfes ist in heutiger nur schwer zu erkennen.

Aber auch darüber hinaus gewährte der Spaziergang durch das Dorf manch interessanten Einblick in seine Geschichte. 1057 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte Baalberge seit dem Mittelalter zur Herrschaft Bernburg und war lange ein typisches Bauerndorf, ehe im 19. Jahrhundert Eisenbahnbau und Industrieansiedlungen in der näheren Umgebung das Ortsbild nachhaltig veränderten.

Geführt wurde die Exkursion durch den Archäologen Andreas Neubert aus Halle und den Geographen Karsten Falke aus Berlin.

Text: Roland Wiermann

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