Jahrestagung und Mitgliederversammlung 2012 in Alterode

Abb. 1: Holm Müller führt durch Alterode (Foto: M. Brennecke).

Abb. 1: Holm Müller führt durch Alterode (Foto: M. Brennecke).

Bereits am Freitag, dem 20. April, fanden sich 28 Personen ein, die an der von unserem in Alterode ansässigen Mitglied Holm Müller angebotenen Führung durch den Ort mit archäologischer Note teilnahmen (Abb. 1). Nach dem Abendessen klang der Tag beim gemütlichen Gedankenaustausch aus.

Am Samstag, dem 21. April 2012, begann der offizielle Teil der Jahrestagung mit der Mitgliederversammlung, an der 53 Mitglieder teilnahmen. Wichtige Punkte waren der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden, die Berichte der

Abb. 2: Vorstandswahlen. Abgabe der Wahlzettel (Foto: M. Poppe).

Abb. 2: Vorstandswahlen. Abgabe der Wahlzettel (Foto: M. Poppe).

Schatzmeisterin und der Kassenprüfer. Als weitere Punkte wurden Vorschläge zu Satzungsänderungen und die Einführung eines Projektpreises Archäologie, vorläufig für das Jahr 2013 diskutiert und beschlossen. Bei erfolgreichem Verlauf soll diese Förderung später jährlich vergeben werden (siehe auch das Thema »Förderung« auf unserer Homepage). Abschließend standen Vorstandswahlen an. Für die fünf Vorstandsposten standen neun Kandidaten zu Wahl (Abb. 2). In den Vorstand wurden gewählt: Dr. habil. Thomas Weber, Mandy Poppe, Ines Vahlhaus, Dr. Mechthild Klamm und Dr. Fabian Gall.
Abb. 3: Gruppenbild mit Tagungsteilnehmern am Samstag (Foto: M. Poppe).

Abb. 3: Gruppenbild mit Tagungsteilnehmern am Samstag (Foto: M. Poppe).

Nachfolgekanditaten wurden Dr. Roland Wiermann, R. Kuhn und Dr. Caroline Schulz. Nichtmitglieder hatten parallel dazu die Gelegenheit die Heimatstube in Alterode zu besuchen, die Eveline Müller extra geöffnet hatte.

Nach dem Mittagessen begann ein anspruchsvolles Vortragsprogramm, an dem über 70 Personen teilnahmen. Es referierten: Brigitte Schiefer (Halle/S.) über »Aktuelle Forschungen zum Neolithikum der Schalkenburg bei Quenstedt«, Dr. Immo Heske (Göttingen)

Abb. 4: O. Kürbis erläutert als Teilnehmer der Grabungen die ehemaligen Zeltstandorte (Foto: U. Tichatschke).

Abb. 4: O. Kürbis erläutert als Teilnehmer der Grabungen die ehemaligen Zeltstandorte (Foto: U. Tichatschke).

über »Ausgelöschte Identität? Menschliche Skelettreste und Knochenniederlegungen in Siedlungen und Gräbern der Bronzezeit am Nordharz«, Sabine Stoffner (Halle/S.) über eine merowingerzeitliche Siedlung von der B 6n bei Quedlinburg, Holm Müller (Alterode) über Bergbauhüttenwesen im Einetal, Mirko Gutjahr (Halle/S.) über »Ich banne Euch, all ihr Dämonen«. Mittelalterliche Beschwörungstäfelchen aus Sachsen-Anhalt und schließlich Ines Vahlhaus (Seegebiet Mansfelder Land) zu »Luthers Nachbarn«. Erste Grabungsergebnisse vom Goldenen Ring in Mansfeld. Während der Pausen bestand Gelegenheit am Bücherstand des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und unserem eigenen Antiquariat nach Büchern zu stöbern und diese zu erwerben.
Abb. 5: Herr Dr. Fieber in der Grube Glasebach (Foto: M. Brennecke).

Abb. 5: Herr Dr. Fieber in der Grube Glasebach (Foto: M. Brennecke).


Zum öffentlichen Abendvortrag von Dr. Ralf Schwarz (Halle/S.) über den Einsatz der Airborne Laser Scanning-Technologie bei der Erfassung von oberirdischen archäologischen Denkmalen in den Waldgebieten Sachsen-Anhalts fand sich ein noch größeres Auditorium ein. Herr Schwarz stellte anhand vieler Beispiele, insbesondere von Befestigungen die neuesten Möglichkeiten und Details aber auch Grenzen dieser neuen Technologie vor.

Der letzte Tag (22. April) stand im Zeichen der Busexkursion, an der zusätzlich auch Nichtmitglieder aus der Region teilnahmen.

Abb. 6: U. Münnich erläutert die Anlagen des „Neuen Schlosses“ bei Wippra (Foto: M. Poppe).

Abb. 6: U. Münnich erläutert die Anlagen des „Neuen Schlosses“ bei Wippra (Foto: M. Poppe).

Die erste Station war die Schalkenburg bei Quenstedt, bei der Frau Schiefer uns vertiefend zu ihrem gestrigen Vortrag die Topographie und neolithische Befestigung erläuterte und uns das Gelände ihrer zusätzlichen Forschungen zeigte. Dazu kamen einige Anekdoten von Olaf Kürbis (Abb. 4), der an den Grabungen teilgenommen hatte. In Meisdorf wurde die Wüstung Wertheim auf einer exponierten Spornlage im Gelände begangen. Nach dem Mittagessen wurde in die Grube Glasebach eingefahren (Abb. 5), einem kleinen Schaubergwerk des Flusspatbergbaus, stellvertretend für den Bergbau, der seit dem Mittelalter im Harz betrieben wurde. Weitere Stationen waren das sog. »Neue Schloss« bei Wippra (Abb. 6), die Kirche von Abberode und das Rügegericht von Volkmannrode, wo uns unsere Mitglieder Udo Münnich, Andreas Karcher und Dr. Wernfried Fieber die Besonderheiten vorstellten. Für alle Exkursionsteilnehmer gab es zur Nachbereitung einen kleinen Führer.

Text: I. Vahlhaus

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